Wohnraum in der Ferne

Neue zivilgesellschaftliche Aktivitätsformen und staatliche Reaktionen

 

Wohnraum

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Medial kann immer wieder darüber gestolpert werden, dass sich klassische Trennungen, beispielsweise von Berufsgruppen, aber auch Organisationsformen auflösen; keine klare Fixierung ist mehr möglich. Politisch wird dabei durchaus ambivalent argumentiert und vorgegangen. Einerseits wird ein mehr an Engagement und zivilgesellschaftlicher Organisation und Teilhabe durchaus willkommen geheißen, zugleich aber dabei fast stetig das Risiko betont – ob die Bürger das Ideal mündiger Bürger erfüllen, gilt immer wieder als zweifelhaft. Diese Dynamiken der Diskurse gibt es in einigen Ländern traditionell stärkerer staatlicher Regulationen deutlicher, in anderen weniger. Eine andere Tendenz ist, dass klassische Schranken in diesem Rahmen fallen. Besonders regulierte und geschützte Bereiche werden immer unklarer zu fassen. Gerade im Bereich der Presse verschwimmen die Ebenen zunehmend. Wer nun als Presseakteur_in zu bewerten ist, ist in vielen Situationen kaum klar zu fassen. Besondere Rechte und besonderen Schutz, welche diese Akteur_innen genießen, werden so zu einem umstrittenen Gut. Dies gilt insbesondere bezüglich digitaler Medien und in einem globalen Rahmen. Ob Handyaufnahmen Presseerzeugnisse sind oder aber völlig eigenständige Akteur_innen in Gefahrengebieten die selben Rechte oder den selben Schutz genießen sollten, ist umstritten und unklar. Diese Tendenzen, ein Mehr an zivilgesellschaftlicher und zunächst kaum regulierter Aktivität und Organisation und das Diffundieren zuvor eher klar getrennter Bereiche, können durchaus als gesellschaftliche Tendenzen unser Zeit verstanden werden. Deutlich zu sehen ist dies auf der Ebene globaler zivilgesellschaftlicher Vernetzung. Weiterlesen