Flüchtlinge Willkommen in München – ein anderes Bild

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In den letzten Wochen und Monaten war das Bild Deutschlands geprägt von brennenden Flüchtlingsunterkünften. Bis August diesen Jahres gab es 335 Anschläge auf Heime und Wohnungen von Flüchtlingen. Viele davon waren noch nicht bewohnt oder erst im Bau, aber auch Unterkünfte, in denen schon Flüchtlinge wohnen, wurden Ziel von Angriffen. So z. B. durch den Anschlag mit einem Brandsatz in Salzhemmendorf. In Heidenau ist seit Wochen nächtlich eine rechtsradikaler Masse auf den Straßen, welcher die Gegend für Flüchtlinge, helfende Bürger, aber auch die Polizei unsicher macht. Die Ereignisse heute erinnern an die Ereignisse in Hoyerswerda oder Rostock-Lichtenhagen in den 90ern Jahren. Auch damals hinterließ Deutschland kein gutes Bild in der Weltpresse. Doch dieses Mal gibt es einen Unterschied. Dieses Mal gibt es auch ein anderes Bild.

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Solange der Wettergott uns gnädig ist

Ein unorthodoxer Wetterbericht aus New York

Wetter

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„Ist das wieder eine unerträgliche Hitze heute.“ „Wie wahr. Doch heute Abend gewittert es. Morgen brauche ich dann wieder meine Gummistiefel.“ Smalltalk dieser Art wird unzählige Male tagtäglich in unseren Breiten ausgetauscht. Verständlicherweise ist das Wetter so ein beliebtes Gesprächsthema: Es ist unverfänglich und egalitär. Jeder ist davon betroffen, jeder kann etwas dazu sagen. Doch in New York spielte das Wetter in den letzten Jahren nicht nur eine oberflächliche Rolle. Denn das lokale Klima scheint sich in seinen Sturm- und Drangjahren zu befinden. Hurrikan Sandy, die Schneestürme, extreme Hitze, Überflutungen, bittere Kälte. Und diese Wetterextreme können als Vergrößerungsglas genutzt werden, um die Seele der modernen Gesellschaft zu betrachten.

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Islamischer Extremismus

Islamistischer Extremismus ist eine weltweite Bedrohung, die aktueller denn je eine hochbrisante Thematik darstellt und global eine wachsende Anzahl an Unterstützern findet. Die Anschläge am 07./08. Januar 2015 in Paris sind erneut ein furchtbarer Beweis dafür. Erklärungsversuche fokussieren meist einen starken, einseitigen Einfluss von ideologischen Komponenten. Denn die Radikalisierung ist ein komplexer Entwicklungsprozess, bei dem eine mangelnde gesellschaftliche Integration meist ein Ausgangspunkt ist. Hierbei soll die ideologisch-religiöse Wirkung keinesfalls vernachlässigt werden, sondern um Wirkungen sozialer Mechanismen in Radikalisierungs- und Deradikalisierungsmaßnahmen von Individuen und Kollektiven erweitert werden. Hinzukommt ein zivilgesellschaftlicher Lösungsvorschlag für mögliche Deradikalisierungsstrategien. Weiterlesen

Eine Konferenz wie ein Raumschiff – Weltklimakonferenz in Lima

Globale Vernetzung oder Verhandlungen ohne lokale Anbindung?

Konferenz

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Dieser Beitrag beruht auf Beobachtungen die vom Autoren am Ort der Weltklimakonferenz in Lima gemacht werden und doch auch für Tendenzen zivilgesellschaftlicher Vernetzung stellvertretend stehen. Dabei handelt es sich um Eindrücke, keineswegs Gesetzmäßigkeiten. Weiterlesen

Wendepunkt am Int. Strafgerichtshof in Den Haag?

Strafgerichtshof

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Der Internationale Strafgerichtshof hat seinen Sitz in Den Haag. Dort werden nur Fälle des Völkerstrafrechts verhandelt, wie Völkermord oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit, welche laut Statut die internationale Gemeinschaft als Ganze berühren. Weiterlesen

Chevrons Ölförderung und der indigene Widerstand

Chevron Ölbohrungen

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Der Rechtsstreit um die Kosten der Beseitigung der Umweltschäden durch die Ölförderung von Chevron im Gebiet von Lago Agrio im Amazonas-Regenwald Ecuadors läuft seit nunmehr über 20 Jahren. Dabei geht es um Umwelt- und Gesundheitsschäden durch die Förderung eines Konsortiums von Texaco und Petroecuador. Texaco gehört inzwischen zu Chevron, der Rechtsstreit ist somit der zwischen Einwohnerinnen und Einwohnern der Region von Lago Agrio in Ecuador und Chevron und wird sowohl vor US- als auch vor Gerichten in Ecuador ausgetragen. Nach langen Jahren der Verhandlung wurde Chevron schließlich in Ecuador zu einer Millionenzahlung verurteilt, dies war 2012. Danach strengte Chevron diverse Gerichtsverfahren an, unter anderem gegen die juristischen Beistände der Einwohnerinnen und Einwohner der Region. Dies führte nicht nur dazu, dass sich immer mehr Anwaltskanzleien zurückzogen und sogar Entschädigungen an Chevron zahlten, letztlich blieb der Hauptankläger isoliert zurück. Im März diesen Jahres hob schließlich ein US-Gericht den Beschluss aus Ecuador auf, da dieser auf Bestechung und der Fälschung von Beweisen beruhe, die Geldvollstreckung wurde außer Kraft gesetzt. Weiterlesen

Religionsfreiheit für Minderheiten!? Muslime in Deutschland und Christen in der Türkei.

Religionsfreiheit

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Debatten um die Religionsfreiheit in der deutschen Gesellschaft sind heute keine Einzelfälle, sondern erlangen stete mediale Präsenz. Im Herbst 2013 ersuchte eine junge Muslima vergeblich die gerichtliche Befreiung vom Schwimmunterricht in der Schule. Im Oktober 2012 befand das Arbeitsgericht in Berlin eine Diskriminierung, da eine Kopftuchträgerin als Auszubildende einer Zahnarztpraxis offenkundig wegen ihrer Kopfbedeckung abgelehnt wurde. Weiterlesen

Minderheiten: Transsexuelle und Intersexuelle im Kampf um Wahrnehmung

Minderheiten

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Am Donnerstag, den 03. April fanden sich in diversen Zeitungen Berichte über „Norrie“ einen 52-Jahre alten Menschen, der am Mittwoch dem 02. April von einem australischen Gericht das Recht zugesprochen bekam, als Geschlecht offiziell „unbestimmt“ angeben zu dürfen. Auch wenn der Fall ein sehr spezieller ist, eine weiter zurückliegende Geschlechtsumwandlung von „Mann“ zu „Frau“ vorliegt und spät die Entscheidung getroffen wurde, doch nicht in bipolare Geschlechterrollen zu passen, so weißt er doch auf einige Tendenzen bezüglich Geschlechter-Konzepten in einigen Ländern hin. Weiterlesen

Die Ukraine und die Instrumentalisierung der globalen Zivilgesellschaft

Zivilgesellschaft

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Europa und Russland

Europa ist ein kleiner Kontinent. Durch die offene Landmasse nach Asien hin ist es aber nicht offensichtlich, wo Europa im Osten aufhört. Dazu kommt, dass Russland jenseits des Urals – also geographisch ganz eindeutig in Asien- eine ausgesprochen „europäisch-russische“ Kultur pflegt- im Grunde bis nach Wladiwostok an der chinesischen Grenze. Dabei mag es als Indiz der gegenwärtigen Entwicklung gelten, dass Russland als Land mit slawisch-indoeuropäischer Sprache und Jahrhunderte langer europäischer Kulturzugehörigkeit nicht in jedem Diskussionskontext heute noch als „eindeutig europäisch“ gilt! Weiterlesen