Flüchtlinge Willkommen in München – ein anderes Bild

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In den letzten Wochen und Monaten war das Bild Deutschlands geprägt von brennenden Flüchtlingsunterkünften. Bis August diesen Jahres gab es 335 Anschläge auf Heime und Wohnungen von Flüchtlingen. Viele davon waren noch nicht bewohnt oder erst im Bau, aber auch Unterkünfte, in denen schon Flüchtlinge wohnen, wurden Ziel von Angriffen. So z. B. durch den Anschlag mit einem Brandsatz in Salzhemmendorf. In Heidenau ist seit Wochen nächtlich eine rechtsradikaler Masse auf den Straßen, welcher die Gegend für Flüchtlinge, helfende Bürger, aber auch die Polizei unsicher macht. Die Ereignisse heute erinnern an die Ereignisse in Hoyerswerda oder Rostock-Lichtenhagen in den 90ern Jahren. Auch damals hinterließ Deutschland kein gutes Bild in der Weltpresse. Doch dieses Mal gibt es einen Unterschied. Dieses Mal gibt es auch ein anderes Bild.

40.000 Flüchtlinge in einer Woche

In München kommen derzeit Tausende Flüchtlinge von der Ungarisch-Serbischen Grenze per Zug im Hauptbahnhof an. Innerhalb von nur einer Woche haben 40.000 Flüchtlinge die Stadt erreicht. Doch hier ergibt sich ein anderes Bild als in Heidenau, hier werden die Flüchtlinge freundlich mit offenen Armen empfangen. Schnell war klar, dass die Behörden mit einer so großen Zahl an Flüchtlingen in so kurzer Zeit maßlos überfordert sind. Es dauerte nicht lange nach Ankunft der ersten Züge mit Flüchtlingen, dass die Aufrufe zur Hilfe in den sozialen Medien in die Höhe schossen. Diese Aufrufe gingen an die Zivilgesellschaft und sie wurden erhört. Die Menschen kamen, die Menschen kamen um zu helfen und zu spenden und sie kamen in solchen Mengen, dass selbst die Polizei nach kürzester Zeit per Twitter darauf hinweisen musste, dass es zu viele Spenden gibt.

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Es gibt mehr Helfer für Flüchtlinge als nötig

Auch jetzt gibt es immer noch zu viele die bereit sind den Flüchtlingen zu helfen. Die Arbeit der Helfer wird hauptsächlich über soziale Medien koordiniert. Hier werden die Stellen bekannt gegeben, an denen Hilfe benötigt wird. Online kann man sich dann in Schichtpläne eintragen, diese beinhalten auch die Nächte und auch diese Schichten sind voll. Geholfen wird den Flüchtlingen erst einmal bei ihrer Ankunft; es wird sichergestellt, dass sie genug zu Trinken und zu Essen haben und, wenn nötig, mit Decken und Kleidung versorgt werden. Bei der Hilfe aus der Zivilgesellschaft geht es hauptsächlich darum zu spenden, die Spenden anzunehmen, sie zu sortieren und dann koordiniert zu verteilen. Allerdings werden auch Helfer in den Notunterkünften benötigt, Notbetten müssen aufgestellt und Informationen an die Flüchtlinge weitergeben werden.

Sommerfest mit 6000 Flüchtlingen und Münchnern

Die Hilfe und die freundliche Aufnahme gibt es aber nicht erst seit den Zügen mit Flüchtlingen aus Ungarn. Ende August gab es ein Sommerfest für Flüchtlinge in der Bayernkaserne (Unterkunft für Flüchtlinge in München), bei dem 6000 Flüchtlinge und Münchner gemeinsam feierten. München ist aber auch nicht die einzige Stadt, in der Flüchtlinge Willkommen geheißen werden, ähnliche Hilfsbereitschaft findet sich auch in Hamburg, Berlin, Dresden, Dortmund, Passau und anderen Städten der Republik.

Freundlichkeit und ein herzliches Willkommen für Flüchtlinge

Die brennenden Unterkünfte für Flüchtlinge sind eine traurige und nicht hinnehmbare Realität in diesen Tagen und diese Realität ist und bleibt trotz aller Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge weiterhin existent. Die Hilfe auf der einen Seite löst nicht die Probleme des Hasses auf der anderen, aber trotzdem ist es dieses Mal ein anderes Bild als in den 90ern. Dieses Mal sieht man auch die Seite der Freundlichkeit und des Willkommens und ich bin froh und zum ersten Mal zutiefst berührt in dieser Stadt zu leben.

REFUGEES WELCOME

Wenn Sie selbst helfen oder spenden möchten finden Sie dazu weitere Informationen hier.

 

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