Soziale Verantwortung von Unternehmen

Anwendungsformen und dreiseitige Interaktion

Soziale Verantwortung von Unternehmen

Die rasante Entwicklung der letzten Jahre hatte einen negativen Einfluss auf die Menschen und die Natur. Die Erwärmung der Erde, die verschiedenen Naturkatastrophen, die Steigerung der Armut und die gesellschaftlichen Ungleichheiten führten zu einem weltweit steigenden Bewusstsein für dieses Phänomen und das Thema „Soziale Verantwortung von Unternehmen“. 1972 wurde im Rahmen der UNO die erste Versammlung zu diesem Thema organisiert. Dort wurde über die Beziehung zwischen Mensch und Natur debattiert und das Konzept „Think Global, Act Local“ entwickelt.

Soziale Verantwortung und Unternehmen: CSR

Laut der europäischen Kommission (2002) ist CSR (Corporate Social Responsibility, Soziale Verantwortung von Unternehmen) intrinsisch mit einer solchen, hier angestrebten nachhaltigen Entwicklung verbunden. Dieses Konzept gilt als Dreh- und Angelpunkt der Auseinandersetzung mit der sozialen und gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Heutzutage haben Unternehmen direkten Einfluss auf die Wirtschaft, die Gesellschaft und die Politik. Deswegen kann man auch nicht mehr über eine freiwillige Basis ihres Engagements und ihrer sozialen Verantwortung sprechen. Während die soziale Verantwortung der Unternehmen an sich mittlerweile außer Frage steht, so bleibt die Art und Weise ihrer Verwirklichung freiwillig. Dies kann alleine oder in Kooperation mit anderen Unternehmen, Organisationen der Zivilgesellschaft (NGOs, NPOs) oder Organisationen des öffentlichen Sektors geschehen. Solche Organisationen haben per se eine gesellschaftliche Verantwortung und können so am besten die Unternehmen unterstützen.

Soziale Verantwortung von Organisationen: SRO

Der Übergang von CSR (Corporate Social Responsability of Firms) zu SRO (Social Responsability of Organisations) setzt sich in letzter Zeit immer mehr durch. Deshalb spricht man nun auch über intersektorale Partnerschaften bzw. Interaktion (Cross Sector Social Partnerships / Interactions). „Unter dem Begriff intersektorale Partnerschaft wird die bewusste Zusammenarbeit von zwei oder mehreren Organisationen aus verschiedenen Sektoren (Staat, Markt und Nonprofit-Sektor) bezeichnet. Die Organisationen teilen in einer Partnerschaft Ressourcen wie z.B Personal oder Material, um gemeinsam eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen, die für eine einzelne Organisation nicht oder nur schlechter realisierbar wäre“ (vgl. Helmig, Boenigk 2012, S.210). Es gibt viele Formen solcher Partnerschaften wie zum Beispiel Public-NPO, Public-BUS, BUS-NPO oder dreiseitige Partnerschaften. Für alle gibt es jeweils eine Entstehungs-, Implementierungs- und Ergebnisphase. (vgl. Austin, Seitanidi 2012, S.21).

Soziale Verantwortung und dreiseitige Interaktion

Da die soziale Verantwortung von allen Organisationen verlangt wird, kann man auch von dreiseitiger Interaktion sprechen: In dieser permanenten Zusammenarbeit der drei Sektoren Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kann das Konzept der SRO jedoch nur verankert werden, wenn man eine zu hohe Komplexität vermeidet. Diesbezüglich gilt eine gut ausgearbeitete Governance-Struktur als Lösung. Diese „kombiniert unterschiedliche  Steuerungsmodi, wobei in dem Zusammenspiel von öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Akteuren die Grenzen zwischen ihnen verschwimmen. Es zielt auf Kooperation und Koproduktion ab, darauf, dass eine intern betriebswirtschaftlich  „modernisierte“ Verwaltung mit den demokratisch repräsentativen Gremien sowie den neuen Formen bürgerlichen Engagements bei der Lösung von gesellschaftlichen Problemen kooperiert“ (vgl. Hohn, Wortmann, 2007, S.45). Für mich ist Governance die Kunst und der Weg, um die Stakeholder-Interessen zusammen zu bringen, um so effektiv an gemeinsamen Zielen und gemeinsamer Wertschöpfung arbeiten zu können.

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Ein Gedanke zu „Soziale Verantwortung von Unternehmen

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