Männernotruf Steiermark

Plakat_Männernotruf

Häusliche Gewalt ist ein nach wie vor aktuelles Problem. Die Zahlen steigen, was die Bedrohung von Leib und Leben in privaten Beziehungen angeht – teilweise mit fatalem Ende.Circa 90% der Gewalttaten werden von Männern verübt. Das führt dazu, dass sich die Maßnahmen zur Bekämpfung häuslicher Gewalt zumeist an das klar definierte Opfer richten: die schwache Frau. Beispiele hier sind Frauenhäuser, anonyme Beratungen, Kurse zur Selbstverteidigung.

Die Berücksichtigung aller Perspektiven ist notwendig

Selten wird jedoch die andere Seite betrachtet. Dabei ist es gerade bei präventiven Maßnahmen wichtig, das vorliegende Problem aus allen Perspektiven zu betrachten, also auch aus der des Gewalt verübenden Mannes. Betroffene berichten häufig nach der Tat, dass ihnen im entscheidenden Moment ein Ansprechpartner gefehlt habe.

Hierfür würden sich allgemeine Beratungsstellen eignen, die jedoch nur zu den allgemeinen Dienstzeiten in Anspruch genommen werden können. Die prekären Situationen ereignen sich jedoch zumeist nach Feierabend und häuslicher Gewalt geht selten eine lange Planungsphase voraus.

Bestehende Notrufeinrichtungen verzeichnen ein hohes Aufkommen an jugendlichen bzw. weiblichen Anrufern. Erwachsene Männer hingegen können sich in Krisensituationen schwer ausdrücken, meiden eher ein Gespräch und neigen in spezifischen Situationen zu Konfliktverdrängungen oder zu Konfliktlösungsversuchen durch äußere Gewaltanwendung.

Männernotruf Steiermark

Aus diesen Gründen bietet der Verein „Männernotruf Steiermark“ nun einen speziell für Männer eingerichteten Notruf in der Steiermark an. Der Verein hat sich mit der Thematik „Gewalt in der Familie“ intensiv auseinandergesetzt und dieses präventiv wirkende Angebot entwickelt. Der Notruf soll rund um die Uhr erreichbar sein und Frauen, die meist die Opfer sind, schützen und Männern die Möglichkeit geben, sich Hilfe zu holen.

Der Männernotruf Steiermark soll vor allem Männern und männlichen Jugendlichen in Konflikten, Krisen und Gewaltsituationen als erste unmittelbare und niederschwellige Anlaufstelle, Hilfe bieten. Nach Entschärfung der ersten Gefahrensituation stellt der Verein bei Bedarf die Verbindung zu therapeutischen, sozialen und anderen öffentlichen Einrichtungen her. In Österreich gibt es bislang keine derartige Einrichtung und auch in Deutschland sind solche Notrufnummern selten.

Einladung zur Präsentation_Männernotruf Steiermark (2)

Am 21. Oktober 2013 startet das Projekt in Graz mit einem Vortrag von Dr. Lehner, Theologe und Psychoanalytiker, zum Thema “ Männer in der Krise“.

Merk Infos finden Sie hier.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Best Practices und verschlagwortet mit von Sonja Knobbe. Permanenter Link zum Eintrag.

Über Sonja Knobbe

Sonja Knobbe ist seit 2011 am IfS tätig und vornehmlich für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Sie studierte in Mannheim und Toronto Philosophie, Betriebswirtschaftslehre und Politik und spezialisierte sich an der Ruhr-Uni Bochum im Rahmen des Masterprogramms “Ethics- Economics, Law and Politics” auf Wirtschaftsphilosophie.
Derzeit analysiert sie am Institut für Philosophie und Politikwissenschaft der TU Dortmund im Rahmen eines Promotionsprojektes den Begriff des wirtschaftlichen Handelns.

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