Transkulturalität und Subjekt – Vom Fremden zur Begegnung

Transkulturalität

Transkulturalität im alltäglichen Sprachgebrauch: „Nordafrikanisch“ seien das Aussehen und der Habitus; die ganze Unsicherheit bezüglich der kulturellen Prägung tritt in solchen Äußerungen zu Tage und lässt sich auch durch Verweis auf sprachliche Besonderheiten nicht gänzlich aus der Welt schaffen. Da bleibt man schon lieber beim „Hintergrund“, beim „nordafrikanischen“ oder „migrantischen“ Hintergrund. Das erspart uns eine präzisere Ortung, die auch mitschwingende Ressentiments offenbart. Unwillentlich wird so ein Kommentar zu Unschärfen des Kulturverständnisses geliefert, wie er auch in konkurrierenden Begriffen wie Transkulturalität, Interkulturalität, Multikulturalität zum Ausdruck kommt. Der Flüchtling, Migrant steht zunächst einmal als Fremder, „Heimatloser“ vor unserer Tür. Weiterlesen

Klimaabkommen verabschiedet. Welt gerettet?

diema / Pixabay

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Im Dezember 2015 haben sich 195 Staaten in Paris auf ein Klimaabkommen verständigt, das die Weltgemeinschaft dazu verpflichtet, ehrgeizige umweltpolitische Ziele zu erreichen, die vor der Konferenz sogar für unbelehrbare Optimisten als höchst unwahrscheinlich galten: Weiterlesen

Tugenden eines ehrbaren Aufsichtsrats

Tugenden und Regeln im Geschäftsleben – Eine Buchvorstellung

Sich als Führungskraft anständig zu verhalten, ist eigentlich selbstverständlich. Ob Manager oder Vorstand, Aufsichts- oder Beirat, Eigentümer oder Gesellschafter: Nur wer gegenüber Mitarbeitern und Kollegen, Kunden und Geschäftspartnern Integrität beweist, gewinnt Vertrauen und wird auch langfristig mit Erfolg belohnt.

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Why do we have fewer Good Leaders?

 

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Ravi Chaudhry

Author of “Quest for Exceptional Leadership: Mirage to Reality” & Chairman, CeNext Consulting and Investment Ltd, New Delhi

People all over the world wonder why there are so few good leaders who command trust and deliver results. Has the quality of leadership declined or have we become more demanding? Most likely, a bit of both.

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Gutes Zusammenleben erfordert einen demokratiefähigen Islam

Islam

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Religiöse Fragen haben in der öffentlichen Debatte in den letzten dreißig Jahren eine immer geringere Rolle gespielt. Noch unter Papst Johannes Paul II. war ein Papstbesuch im Ausland eine Schlagzeile auf dem Titelblatt der Zeitungen. Heute läuft selbst die Bischofssynode zu Fragen von Ehe und Familie eher unter „Vermischtes“.

Gleichzeitig ist eine immer weiter gehende Säkularisierung der Gesellschaft ausgeblieben. Die Zahl der Kirchenmitglieder nimmt zwar ab und liegt nun bei jeweils rund 23 Millionen für die evangelische und für die katholische Kirche in Deutschland. Dazu kommen aber fast 2 Millionen Orthodoxe Christen, aber auch Angehörige anderer Religionen wie des Judentums und insbesondere des Islam. Dieser zählt rund 4 Millionen Anhänger allein in Deutschland, darunter in der Zwischenzeit auch einige Tausend zum Islam konvertierte Deutsche.

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Globale Zivilgesellschaft und Religion- Gibt es eine ethisch-religiöse Globalisierung?

Thesen

  1. Zur modernen Gesellschaft gehört religiöse Pluralität, verstanden als Chance und zugleich Zwang, mit unterschiedlichen Religionen in einer Gesellschaft zu leben.
  1. Auch in der modernen Gesellschaft mit zahlreichen religiösen Minderheiten gehört Religion zum öffentlichen Raum, etwa weil religiöse Praxis von der Beschneidung bis zum sonntäglichen Glockenläuten Anlass für öffentliche Diskussion bietet.
  1. Religion ist für den einzelnen Menschen eine Identität prägende religiöse Zugehörigkeit mit Elementen eines eigenen Lebensstils und einer diskursiven Eigenlogik zur Welterklärung.

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Flüchtlinge Willkommen in München – ein anderes Bild

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In den letzten Wochen und Monaten war das Bild Deutschlands geprägt von brennenden Flüchtlingsunterkünften. Bis August diesen Jahres gab es 335 Anschläge auf Heime und Wohnungen von Flüchtlingen. Viele davon waren noch nicht bewohnt oder erst im Bau, aber auch Unterkünfte, in denen schon Flüchtlinge wohnen, wurden Ziel von Angriffen. So z. B. durch den Anschlag mit einem Brandsatz in Salzhemmendorf. In Heidenau ist seit Wochen nächtlich eine rechtsradikaler Masse auf den Straßen, welcher die Gegend für Flüchtlinge, helfende Bürger, aber auch die Polizei unsicher macht. Die Ereignisse heute erinnern an die Ereignisse in Hoyerswerda oder Rostock-Lichtenhagen in den 90ern Jahren. Auch damals hinterließ Deutschland kein gutes Bild in der Weltpresse. Doch dieses Mal gibt es einen Unterschied. Dieses Mal gibt es auch ein anderes Bild.

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Solange der Wettergott uns gnädig ist

Ein unorthodoxer Wetterbericht aus New York

Wetter

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„Ist das wieder eine unerträgliche Hitze heute.“ „Wie wahr. Doch heute Abend gewittert es. Morgen brauche ich dann wieder meine Gummistiefel.“ Smalltalk dieser Art wird unzählige Male tagtäglich in unseren Breiten ausgetauscht. Verständlicherweise ist das Wetter so ein beliebtes Gesprächsthema: Es ist unverfänglich und egalitär. Jeder ist davon betroffen, jeder kann etwas dazu sagen. Doch in New York spielte das Wetter in den letzten Jahren nicht nur eine oberflächliche Rolle. Denn das lokale Klima scheint sich in seinen Sturm- und Drangjahren zu befinden. Hurrikan Sandy, die Schneestürme, extreme Hitze, Überflutungen, bittere Kälte. Und diese Wetterextreme können als Vergrößerungsglas genutzt werden, um die Seele der modernen Gesellschaft zu betrachten.

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Gerechtigkeit zwischen den Generationen

Generationen

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Jung und Alt zu Gast beim Salonstreitgespräch vom Roman-Herzog-Institut

Wie tragfähig ist unser auf Solidarität zwischen den Generationen basierendes Rentensystem? Diese Frage wird immer drängender, droht doch durch den demografischen Wandel die Balance zwischen Erwerbstätigen und Rentenempfängern verloren zu gehen. Während die Jüngeren den Älteren vorwerfen, auf ihre Kosten zu leben und ihnen unzumutbare Lasten aufzubürden, halten die Rentner dagegen, dass der heutige Wohlstand ihrer Arbeit zu verdanken sei. Beuten die Alten tatsächlich die Jungen aus? Wie kann ein gerechtes und zukunftsfähiges Generationenkonzept aussehen? Beim 9. Salonstreitgespräch des Roman Herzog Instituts am 13. Mai wurden die Standpunkte beider Generationen ausführlich diskutiert.

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